Bava Kamma 175

Kapitel 175

א דאפחתה מכספה אבל פציעה דלא אפחתה מכספה לא קמיבעיא ליה
1 durch die ihr Wert vermindert wird, nicht aber hinsichtlich einer Verletzung, durch die ihr Wert nicht vermindert wird!?
ב א"ר יוסי בר חנינא שפצעה בפניה ואפחתה מכספה:
2 R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Wenn jemand ihr das Gesicht verletzt und somit auch ihren Wert vermindert hat.
ג החובל בעבד כנעני של אחרים חייב וכו': מאי טעמא דרבי יהודה אמר קרא (דברים כה, יא) כי ינצו אנשים יחדיו איש ואחיו במי שיש לו אחוה יצא עבד שאין לו אחוה ורבנן אחיו הוא במצות
3 W<small>ER EINEN FREMDEN KENAA͑NITISCHEN</small> S<small>KLAVEN VERLETZT HAT</small> &amp;<small>C.</small> Was ist der Grund R. Jehudas? – Die Schrift sagt:<i>wenn Männer mit einander raufen, einer mit seinem Bruder;</i> nur wer eine Brüderschaft hat, ausgenommen ist ein Sklave, der keine Brüderschaft hat. – Und die Rabbanan!? – Er gilt als Bruder hinsichtlich der Gebote. –
ד אלא מעתה לר' יהודה זוממי עבד לא יהרוגו דכתיב (דברים יט, יט) ועשיתם לו כאשר זמם לעשות לאחיו אמר רבא אמר רב ששת אמר קרא (דברים יט, יט) ובערת הרע מקרבך מכל מקום
4 Demnach sollten doch nach R. Jehuda die hinsichtlich eines Sklaven überführten Falschzeugen nicht hingerichtet werden, denn es heißt:<i>so sollt ihr ihm das tun, was er seinem Bruder zu tun gedacht</i><i>hat</i>!? Raba erwiderte im Namen des R. Šešeth: Die Schrift sagt:<i>du sollst das Böse aus deiner Mitte hinwegtilgen,</i> in jedem Falle. –
ה אלא מעתה לרבנן עבד יהא כשר למלכות אמרי ולטעמיך תיקשי לך גר לדברי הכל אלא אמר קרא (דברים יז, טו) מקרב אחיך ממובחר שבאחיך
5 Sollte demnach nach den Rabbanan ein Sklave auch für die Königs würde geeignet sein!? – Ich will dir sagen, auch nach deiner Auffassung wäre dies ja hinsichtlich eines Proselyten nach aller Ansicht einzuwenden; vielmehr [ist zu erklären:] die Schrift sagt:<i>aus der Mitte deiner Brüder,</i> von den besten deiner Brüder. –
ו אלא מעתה לרבנן יהא עבד כשר לעדות דכתיב (דברים יט, יח) והנה עד שקר העד שקר ענה באחיו
6 Sollte demnach nach den Rabbanan ein Sklave als Zeuge zulässig sein, denn es heißt:<i>und siehe, es war ein lügenhafter Zeuge, er hat Lügen gegen seinen Bruder ausgesagt</i>!?
ז אמר עולא עדות לא מצית אמרת אתיא עדות בקל וחומר מאשה ומה אשה שהיא ראויה לבא בקהל פסולה לעדות עבד שאינו ראוי לבא בקהל אינו דין שפסול לעדות
7 U͑la erwiderte: Hinsichtlich des Zeugnisses ist es [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von der Frau zu folgern: wenn die Frau, die in die Gemeinde aufgenommen zu werden geeignet ist, als Zeuge unzulässig ist, um wieviel mehr ist ein Sklave, der in die Gemeinde aufgenommen zu werden nicht geeignet ist, als Zeuge unzulässig.
ח מה לאשה שכן אינה ראויה למילה תאמר בעבד שהוא ראוי למילה קטן יוכיח שישנו במילה ופסול לעדות
8 [Erwidert man:] wohl die Frau, weil sie für die Beschneidung nicht geeignet ist, während ein Sklave für die Beschneidung geeignet ist, so ist vom Minderjährigen [das Entgegengesetzte] zu beweisen; er ist für die Beschneidung geeignet, und dennoch als Zeuge unzulässig.
ט מה לקטן שאינו במצות תאמר בעבד שהוא במצות אשה תוכיח שישנה במצות ופסולה לעדות
9 [Erwidert man:] wohl der Minderjährige, weil er den Geboten nicht unterworfen ist, während ein Sklave den Geboten unterworfen ist, so ist von der Frau [das Entgegengesetzte] zu beweisen: sie ist den Geboten unterworfen, dennoch als Zeuge unzulässig.
י וחזר הדין לא ראי זה כראי זה ולא ראי זה כראי זה הצד השוה שבהן שכן אינן בכל המצות ופסולין להעיד אף אני אביא את העבד שאינו בכל המצות ופסול להעיד
10 Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen, und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist: sie sind nicht allen Geboten unterworfen, und sie sind als Zeugen unzulässig, ebenso ist auch der Sklave, der nicht allen Geboten unterworfen ist, als Zeuge unzulässig. –
יא מה להצד השוה שבהם שכן אינו איש תאמר בעבד שהוא איש
11 Vielleicht aber ist das Gemeinsame bei ihnen, daß sie kein Mann sind, während ein Sklave ein Mann ist!? –
יב אלא תיתי מגזלן מה לגזלן שכן מעשיו גרמו לו תאמר בעבד שאין מעשיו גרמו לו
12 Vielmehr, dies ist vom Räuber zu entnehmen. – Wohl ein Räuber, weil bei diesem seine Handlung es veranlaßt hat, während bei einem Sklaven nicht seine Handlung es veranlaßt hat!? –
יג אלא תיתי מגזלן ומחד מהנך
13 Vielmehr, dies ist von einem Räuber und einem von jenen zu entnehmen.
יד מר בריה דרבינא אמר אמר קרא (דברים כד, טז) לא יומתו אבות על בנים לא יומתו על פי אבות שאין להם חייס בנים דאי ס"ד כדאמרינן לא יומתו אבות על בנים בעדות בנים לכתוב רחמנא לא יומתו אבות על בניהם מאי בנים ש"מ דלא יומתו ע"פ אבות שאין להם חייס בנים
14 Mar, der Sohn Rabinas, erklärte: Die Schrift sagt:<i>es sollen nicht Väter getötet werden wegen der Kinder,</i> es soll niemand getötet werden durch Väter, die keine legitimen Kinder haben. Wenn man nämlich sagen wollte, dies sei so zu verstehen, wie wir anderweitig erklärt haben: es sollen nicht Väter getötet werden wegen der Kinder, durch das Zeugnis der Kinder, so sollte doch der Allbarmherzige geschrieben haben: <i>es sollen nicht Väter getötet werden wegen ihrer Kinder,</i> wenn es aber <i>der Kinder</i> heißt, so besagt dies, daß niemand getötet werden soll durch Väter, die keine legitimen Kinder haben. –
טו אלא מעתה ובנים לא יומתו על אבות ה"נ לא יומתו ע"פ בנים שאין להם חייס אבות אלא גר ה"נ דפסול לעדות
15 Es heißt ja auch: <i>und Kinder sollen nicht getötet werden wegen der Väter,</i> demnach wäre ebenfalls zu erklären: es soll niemand getötet werden durch Kinder, die keinen legitimen Vater haben, somit wäre auch ein Proselyt als Zeuge unzulässig!? –
טז אמרי הכי השתא גר נהי דאין לו חייס למעלה למטה יש לו חייס לאפוקי עבד דאין לו חייס לא למעלה ולא למטה
16 Ich will dir sagen, was soll dies: ein Proselyt hat zwar aufsteigend keine Legitimität, wohl aber absteigend, ein Sklave dagegen hat eine Legitimität weder aufsteigend noch absteigend.
יז דאי סלקא דעתך גר פסול לעדות לכתוב רחמנא לא יומתו אבות על בניהם לכדאמרינן לא יומתו בעדות בנים ונכתוב רחמנא ובנים לא יומתו על אבות דשמעת מינה תרי חדא לא יומתו בנים בעדות אבות ואידך לא יומתו על פי בנים שאין להם חייס אבות
17 Wenn man nämlich sagen wollte, auch ein Proselyt sei als Zeuge unzulässig, so sollte doch der Allbarmherzige geschrieben haben: <i>es sollen nicht Väter wegen ihrer Kinder getötet werden,</i> und zwar nach unserer anderweitigen Erklärung: es soll niemand getötet werden durch die Zeugenaussage seiner Kinder, und ferner sollte er geschrieben haben: <i>und Kinder sollen nicht getötet werden wegen der Väter,</i> woraus beides zu entnehmen wäre: erstens, daß Kinder nicht durch die Aussage der Väter getötet werden, und zweitens, daß niemand getötet werde durch Kinder, die keine legitimen Väter haben,
יח ועבד נפקא ליה בקל וחומר מגר ומה גר דלמעלה הוא דאין לו חייס אבל למטה יש לו חייס פסול לעדות עבד שאין לו חייס לא למעלה ולא למטה אינו דין שיהא פסול לעדות
18 und hinsichtlich eines Sklaven würde man es [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, vom Proselyten, gefolgert haben: wenn ein Proselyt, der nur aufsteigend keine Legitimität hat, wohl aber absteigend, als Zeuge unzulässig ist, um wieviel weniger ist ein Sklave, der weder aufsteigend noch absteigend Legitimität hat, als Zeuge zulässig;
יט אלא מדכתב רחמנא לא יומתו אבות על בנים דמשמע לא יומתו על פי אבות שאין לו חייס בנים שמע מינה עבד שאין לו חייס לא למעלה ולא למטה הוא דפסול לעדות אבל גר כיון דיש לו חייס למטה כשר לעדות
19 wenn nun der Allbarmherzige geschrieben hat: <i>es sollen nicht Väter wegen der Kinder getötet werden,</i> was zu verstehen ist, es soll niemand durch Väter, die keine legitimen Kinder haben, getötet werden, so ist zu entnehmen, daß nur ein Sklave, der weder aufsteigend noch absteigend eine Legitimität hat, als Zeuge unzulässig ist, ein Proselyt aber, der absteigend eine Legitimität hat, ist als Zeuge zulässig.
כ וכ"ת לכתוב רחמנא ובנים לא יומתו על אבותיהם למה לי דכתב רחמנא ובנים לא יומתו על אבות דמשמע לא יומתו על פי בנים שאין להם חייס אבות איידי דכתב לא יומתו אבות על בנים כתב נמי ובנים לא יומתו על אבות:
20 Wenn du aber einwenden wolltest, der Allbarmherzige sollte ja geschrieben haben: <i>Kinder sollen nicht getötet werden wegen ihrer Väter,</i> und da er schreibt: <i>Kinder sollen nicht getötet werden wegen der Väter,</i> so sei dies zu verstehen: es soll niemand getötet werden durch Kinder, die keine legitimen Väter haben, [so ist zu erwidern:] da es heißt: <i>es sollen nicht Väter getötet werden wegen der Kinder,</i> so heißt es auch: <i>und Kinder sollen nicht getötet werden wegen der Väter.</i>
כא חרש שוטה וקטן פגיעתן רעה: אימיה דרב שמואל בר אבא מהגרוניא הות נסיבא ליה לר' אבא כתבתינהו לנכסי לרב שמואל בר אבא ברה בתר דשכיבא
21 D<small>ER</small> Z<small>USAMMENSTOSS MIT EINEM</small> T<small>AUBEN,</small> B<small>LÖDEN UND</small> M<small>INDERJÄHRIGEN IST SCHLIMM.</small> Die Mutter des R. Šemuél b. Abba aus Hagronja, die mit R. Abba verheiratet war, verschrieb ihr Vermögen ihrem Sohne R. Šemuél b. Abba. Nachdem sie gestorben war,